Zukunft aus Vergangenheit

Elfter Jahrestag des Archiveinsturzes - Die Stadt will eine Projektgruppe mit Beteiligung von ArchivKomplex einrichten, um die Zukunft des Katastrophenortes zu planen - Das K3-Projekt ist die Grundlage

Gedenkveranstaltung am Einsturzort am 3. März 2020.    Foto: Christine Sünn

 

Mit einem Zug durch die Südstadt begann es: ArchivKomplex begleitete die Wanderbäume von der Kartäuserkirche durch die Severinstraße. Für das letzte Stück von St. Johann Baptist bis zum Einsturzort am Waidmarkt schloss sich die Band „Trööt un Trumm op Jöck“ an. Deren Musik leitete über zur Rede der Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Sie erinnerte an den Schrecken des Einsturzes am 3. März 2009, den Verlust von drei Menschenleben und  sprach von einer „40 Meter tiefen Wunde“, die die Stadtgeschichte präge. Sie lobte die Arbeit der Initiativen ArchivKomplex und Köln kann auch anders, die seit elf Jahren mahnten, mit dem Katastrophenort verantwortungsvoll und angemessen umzugehen. Es sei ein „Vertrauensbeweis“, dass die Initiativen nun erstmals der Stadt die Ausrichtung der Gedenkveranstaltung überlassen hätten. Und sie kündigte an, die Stadt werde auf die Vorschläge eingehen und eine Projektgruppe mit Beteiligung der Bürgerinitiativen bilden, die sich mit der Zukunft des früheren Archivgrundstückes beschäftigen solle und mit dem Ausbau der von ArchivKomplex vorgeschlagenen Projektes K3 – Die Halle mit dem Knick. Das Projekt K3 sei ein „erster beeindruckender Diskussionsbeitrag“, lobte Reker.

In den anschließenden Diskussionsrunde, die Martin Stankowski moderierte, erläuterte Sabine Pohl-Grund für ArchivKomplex die Bedeutung der Wanderbäume:  Die drei winterlichen Wanderbäume seien ein Symbol für Hoffnung und Leben, „Hoffnung, dass auch hier an diesem verwundeten und zerstörten Ort wieder etwas wächst - Zukunft aus Vergangenheit“. Unter diesem Motto hatte die Initiative ArchivKomplex in diesem Jahr ihre Vorstellungen konkretisiert. Zum Beispiel, dass das Grundstück nicht veräußert werden dürfe. Der städtische Baudezernent Markus Greitemann auf Stankowskis Frage hin, einen Verkauf werde es nicht geben. Und er versprach, die Projektgruppe für die Planungen einzurichten: „Dafür habe ich jetzt den Auftrag der Oberbürgermeisterin.“  Greitemann zeigte auch Sympathie für die Idee einer autofreien Zone in diesem Bereich der Severinstraße; Sabine Pohl-Grund hatte für eine „Fußgängerinnenzone“ plädiert, die natürlich auch Fahrrädern Platz bietet. Der Architekt Thomas Luczak (ArchivKomplex) beschrieb die einzigartigen Chancen, die durch die K3-Halle in Zusammenwirken mit dem Gesamtgelände entstehen: Das könne eine vielfältige Nutzung werden, wie es sie noch nirgendwo gebe. Frank Deja (Köln kann auch anders) betonte, dass es auch um die Reform von Strukturen in der Stadt gehe, um Verantwortungen wahr zu nehmen. „Da sehe ich erste Ansätze“, sagt Deja, der sich auch deutlich hinter das K3-Projekt stellte. Um 13:58, exakt zur Einsturzzeit elf Jahre zuvor, schwiegen die Anwesenden im Gedenken an die Katstrophe und die drei Todesopfer – deutlich hörbar läuteten die Glocken der Kirchen in der  Südstadt.  

Weitere Infos zum Thema:

Presseberichte
Mitteilungen von ArchivKomplex zum elften Jahrestag
Informationen zum Projekt K3 - Die Halle mit dem Knick

 

Elfter Jahrestag - Fotos:Christine Sünn

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