Ein Signal des Aufbruchs

Gespräche und Visionen am neunten Jahres Tag der Einsturzkatastrophe

ArchivKomplex präsentiert "K3 - Die Halle mit dem Knick für Kunst, Kultur und Kommunikation"

Foto: Christine Sünn

Neun Jahre nach dem Einsturz des Stadtarchives kamen rund hundert Menschen an der Einsturzstelle zusammen, um der Todesopfer zu gedenken, aber auch Fragen  zu stellen, zum Beispiel: „Wie wird der Katastrophenort in Zukunft aussehen?“ In einer von „Köln kann auch anders“ organisierten Gesprächsrunde befragte Martin Stankowski dazu Niclas Kienitz, CDU-Stadtverordneter und seit einem Jahr Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses. Kienitz konnte nicht sehr viel Erhellendes beitragen. Anders Eusebius Wirdeier und Peter Busmann, die das große Potenzial herausstellten, das der ArchivKomplex-Vorschlag einer „Halle mit dem Knick für Kunst, Kultur und Kommunikation“ hat (ein Infopapier unter diesem Link und ein Beitrag von Peter Busmann hier). Es hat dazu bereits mehrfach Gespräche mit der KVB gegeben, deren Kooperationsbereitschaft gelobt wurde. Es werden erste Architekten-Skizzen entworfen und es soll weitere Diskussionen über die künftige Gestaltung des Einsturzloches geben – insgesamt ein Signal des Aufbruchs für das Georgsviertel, das überfällig ist.

Zwei Schüler aus der Schulkonferenz des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums äußerten sich sehr entschieden auf die Frage von Martin Stankowski, wie der Ort im Jahr 2027, weitere neun Jahre später, aussehen sollte: Das Loch solle als Loch erhalten bleiben – nur so könne man angemessen an die Katastrophe erinnern.

Das alles hörten Oberbürgermeisterin Henriette Reker, Vertreter des Stadtrates und der Stadtverwaltung sowie Kölner Bürger. Reker platzierte zwei Kränze für die zwei Todesopfer der Katastrophe am Bauzaun und erinnerte an die Opfer, zu denen sie auch die Angehörigen zählte und die Menschen, die ihr Hab und Gut, die ihre Erinnerungen verloren haben.

Es gab viele Gespräche und Informationen am Rande. Die Beklagung in acht Tafeln“ von Reinhard Matz, die am Bauzaun montiert ist, gibt es jetzt auch in englischer und französischer Übersetzung – ein Blatt mit QR-Codes am Zaun erleichtert auswärtigen Besuchern den Zugang. ArchivKomplex verteilte Informationsblätter über die Zukunftsvision „K3 – Die Halle mit dem Knick für Kunst, Kultur und Kommunikation“ und beantwortete Fragen. Martin Stankowski resümierte nach seiner Gesprächsrunde: „Wir haben hier heute einen Stein ins Wasser geworfen und jetzt wollen wir sehen, wie die Wellen am Rathaus ankommen.“

 

3, März 2018 - Fotos: Christine Sünn

Previous ◁ | ▷ Next

Joomla templates by a4joomla